Rassekaninchenzuchtverein W 373 Rheine0
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Vereinsgeschichte

1. Gründerjahre
Es kann sicherlich davon ausgegangen werden, dass schon relativ lange vor Gründung des örtlichen Kaninchenzuchtvereins auch im Raum Rheine eine mehr oder minder planvolle Vermehrung von Kaninchen betrieben wurde. Diese Vermutung wird dadurch gestützt, dass es bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts in anderen Orten zur Bildung von Züchtervereinen kam. So wurde der erste Verein am 12. April 1880 im damaligen Chemnitz aus der Taufe gehoben. Kurz zuvor hatten Soldaten im deutschen-französischen Krieg die Haltung der Tiere von den Franzosen kennengelernt. Es war daher nicht verwunderlich, dass sie nach ihrer Heimkehr die Kaninchenzucht auf-nahmen und für sie Werbung betrieben. Auch in anderen Bevölkerungskrei-sen erkannte man den Nutzwert der Kaninchenzucht und auf diese Weise entstanden die ersten Züchtervereinigungen.
Wenngleich aus den ersten Gründerjahren keine Aufzeichnungen vorhanden sind, so kann doch als gesichert gelten, dass der Geburtstag des RKZV W373 Rheine der 14. September 1913 ist. Diese Feststellung kann auch deswegen getroffen werden, weil das Gründungsdatum in späteren Schriften mehrfach genannt wird. Leider ist nicht mehr festzustellen, wer der Gründer des Vereins war. Das erste Protokoll vom 05. April 1918 erwähnt als Vorsit-zenden Herrn Macke, der wahrscheinlich auch Mitbegründer des Vereins war. Weitere namentlich genannte Mitstreiter waren die Herren Ott, Koch, Hollenkamp, Witting, Hummels, Hemsing, Koorsen, Johanning und Möllenkamp.
Inwieweit die Kriegsereignisse der Jahre 1914 bis 1918 die Entwicklung des Vereins im Einzelnen beeinflusst haben, ist wegen fehlender Aufzeichnun-gen nicht näher bekannt. Der Chronik zum 50-jährigen Bestehen des RKZV W373 Rheine (Brügge, 1963) ist jedoch zu entnehmen, dass viele Züchter dem Kriegsdienst verpflichtet wurden und mehrere Züchter nicht zurückkehr-ten.
Am 02. Februar 1919 wurde Zuchtfreund Koch zum 1. Vorsitzenden gewählt (siehe Abb.). Er hatte offenbar das Glück, einem aufstrebenden Verein vor-zustehen, denn die Mitgliederzahlen stiegen in dieser Zeit von 28 (1919) auf 73 (1921). Dieser beachtliche Zuwachs war offensichtlich auch durch die wirtschaftliche Situation der Bevölkerung bedingt. Wegen der einsetzenden Lebensmittelverknappung besannen sich nicht wenige Zeitgenossen des langohrigen und gleichzeitig genügsamen Fleischlieferanten. Das Vereinslo-kal, die Gaststätte „Kronenburg“ hatte sozusagen „volles Haus“. Aus züchte-rischer Hinsicht erscheint besonders interessant, dass in damaliger Zeit aus der Vereinskasse sogenannte Vereinsrammler beschafft wurden, die den Züchtern zur Sicherung einer geordneten Zucht zur Verfügung standen. Die Tiere wurden bei einzelnen Mitgliedern untergebracht. Diese Einrichtungen trugen die Bezeichnung „Deckstation“. Häufig genannte Rassen dieser Zeit waren Riesenkaninchen sowie Blaue und Weiße Wiener. Auch war es der Vereinsführung an einer tiergerechten Haltung des gesamten Kaninchenbe-standes gelegen, denn eine Stallschaukommission bemängelte schon im September 1919 Haltung und Pflege der Tiere. Gleichzeitig wurde bei vielen Züchtern eine Futterverschwendung beklagt, die durch ungeeignete Tröge und Raufen verursacht wurde.

 

Die erste durch Dokumente belegte Ausstellung auf Ortsebene fand am 27. Juli 1919 „in den Anlagen des Herrn J. Delsen“ statt; heute als Gastwirt-schaft Delsen bekannt (siehe Abb.).
Verbunden damit waren eine Ka-ninchenverlosung und ein großes Nachmittagskonzert. Die mit 117 Tieren beschickte Schau wurde durch den damaligen Bürgermeis-ter Herrn Schüttemeier eröffnet. Bereits 1920 konnte eine Jugend-gruppe ins Leben gerufen werden, für die in der Versammlung vom 04. Juli 1920 ein Betrag von 200,00 RM als „erste Mittel“ bewil-ligt wurden. Sie wurde jedoch be-reits 1921 wieder aufgelöst. Der Grund hierfür ist nicht näher be-kannt. Es kann gleichwohl ange-nommen werden, dass die zu die-sem Zeitpunkt sich abzeichnende Inflation und die daraus resultie-renden Folgen (Wirtschaftskrise, fehlende Kaufkraft) die Hauptursa-chen waren. Von dieser Krise blieb das gesamte Vereinsleben nicht verschont. Unter der Regie des am 06. Januar 1922 neugewählten Vorsitzenden, des Zuchtfreundes Sommer, wurde zwar noch am 17./18. Juni 1922 eine Kreisver-bands-Kaninchen-ausstellung in der Gastwirtschaft Delsen durch-geführt, jedoch konnte die für 1923 vorgesehene und beschlossene Lokalschau wegen der unerfreuli-chen Finanzlage nicht mehr statt-
finden. Die Geldentwertung erreichte ihren Höhepunkt innerhalb des Vereins als der Kassierer am 08. Februar 1924 bekanntgab, dass der Kassenbe-stand erschöpft sei. Nach den Protokollaufzeichnungen schloss er mit den Worten: „Möge uns das neue Jahr neues Geld bringen“.
Ein Indiz für die schwierige und angespannte Situation innerhalb des Ver-eins ist sicherlich auch die häufige Neuwahl des 1. Vorsitzenden. Im Jahr 1924 fiel die Wahl auf Zuchtfreund Zengerlein, 1925 wurde Zuchtfreund Kalhoff berufen. Ein Jahr später, 1926, stimmte die Mehrheit für Zuchtfreund Hunold, der aber schon am 09. Januar 1927 durch Zuchtfreund Klos abge-löst wurde. Der von ihm eingebrachte Antrag beim Landratsamt Burgstein-furt auf Gewährung einer Beihilfe zum Ankauf von Zuchttieren wurde abge-lehnt mit der Begründung, nicht dem einzelnen Verein, sondern nur dem Kreisverband könne eine derartige Beihilfe zugestanden werden. Diese Ent-scheidung war der Anlass für eine Gegenseitigkeitskasse im Jahre 1927, mit der die beteiligten Züchter die Möglichkeit besaßen, jeweils ein Zuchtpaar anzukaufen. Diejenigen Zuchtfreunde, die die Kasse in Anspruch genom-men hatten, mussten sich gleichzeitig verpflichten, in den beiden Jahren nach dem Erwerb der Zuchttiere keine neuen Ansprüche geltend zu ma-chen. Neben der Neugründung der Jugendgruppe wurde 1927 nach 4-jähriger Zwangspause wieder eine Lokalschau durchgeführt.
Am 11. Januar 1930 wurde die Vereinsleitung auf Zuchtfreund Möllenkamp übertragen, der auch als Mitbegründer des Vereins gilt. Leider wurde dessen Wirken durch den Tod am 07. Januar 1933 frühzeitig beendet. Unter seiner Regie stieg die Mitgliederzahl von 19 auf 44 an. Die in jenen Jahren vorherr-schende Massenarbeitslosigkeit führte zu erheblichen wirtschaftlichen Prob-lemen in allen Bevölkerungskreisen. In dieser Situation beschloss man, auf die bis dahin übliche Aufnahmegebühr zu verzichten. Darüber hinaus wur-den die Beiträge für arbeitslose Mitglieder um die Hälfte gesenkt; ebenso entstanden ihnen keine Kosten für das Tätowieren der Tiere. Dieser Notlage fiel auch die Lokalschau im Jahre 1932 zum Opfer.
Das Vereinsleben war dagegen sehr rege. Auf den Versammlungen kam es regelmäßig zu Vorträgen über Zucht, Haltung, Fütterung usw., die durch Lichtbildervorträge ergänzt wurden. Geschlossen besuchte man die Ausstel-lungen der näheren und weiteren Umgebung.

 

2. Gleichschaltung im Nationalsozialismus
Nachfolger von Zuchtfreund Möllenkamp wurde am 02. Februar 1933 Zucht-freund Brockhues, der der Versammlung am 12. August 1933 mitteilen musste, dass der gesamte Vorstand wegen eines Regierungsbeschlusses (Gleich-schaltung) zurückgetreten sei. Zuchtfreund Brockhues wurde wie-dergewählt. Die Wahl der weiteren Vorstandsmitglieder war der Versamm-lung durch die bereits erwähnte Gesetzgebung untersagt. Dem Vorsitzenden oblag es, seine Mitarbeiter selbst zu bestimmen. Als Ergebnis dieser Rege-lung kann festgehalten werden, dass der Vorstand teilweise umbesetzt wurde.
Das Zuchtgeschehen der nachfolgenden Jahre war weitgehend durch stattli-che Einflüsse gekennzeichnet. Die maßgeblichen Institutionen waren das Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft, der Reichsnährstand, die Reichsfachgruppe der Kaninchenzüchter im Reichsverband Deutscher Kleintierzüchter, die Landesfachgruppe sowie die Kreisfachgruppe. Die nati-onal-sozialistische Ideologie hob verstärkt die „volkswirtschaftliche Bedeu-tung“ der Kaninchenzucht hervor. Das Hauptanliegen war in erster Linie eine intensive Erzeugung von Fleisch, Fellen und Angorawolle. Zur Verwirkli-chung dieses Zieles wurden verschiedene Maßnahmen ergriffen. Eine we-sentliche davon war die Einführung und besondere Förderung von soge-nannten Wirtschaftsrassen, zu denen folgende Rassen zählten: Angora, Deutsche Widder, Helle Großsilber, Blaue Wiener, Weiße Wiener, Groß-chinchilla und Kleinchinchilla. Daneben gab es „andere anerkannte Rassen“, denen die Deutschen Riesen, die Rheinischen Schecken, die Thüringer, die Marburger Feh und andere zugeordnet wurden. Nicht anerkannt waren z. B. Rassen wie Siamesen und Weiße Hotot.
Die Zucht der Wirtschaftsrassen wurde durch die Reichsfachgruppe mit Gewährung von Zuschüssen begünstigt. Darüber hinaus wurden Stallbau-zuschüsse gewährt und Mittel für den Umbau und die Verbesserung alter Ställe bereitgestellt. Eine weitere Maßnahme stellte die Vergabe von Stall-schauprämien für vorbildliche Anlagen dar. Für die Einrichtung von Silage waren ebenfalls Beihilfen vorgesehen.
Es ist nicht bekannt, in welchem Umfang sich der staatliche Eingriff im Ein-zelnen auf das Vereinsgeschehen ausgewirkt hat. Gesichert ist dagegen, dass die Wahl der von jedem Verein zu benennenden Vereinsrasse auf die Angorakaninchen fiel. Beklagt wurde allgemein, dass die früher gewohnte Rassenvielfalt zugunsten der Wirtschaftrassen fast völlig verschwand. Ob-wohl entsprechendes Zahlenmaterial des örtlichen Vereins nicht vorhanden ist, mag eine Gegenüber-stellung der Deutschlandschau 1934 und der Reichskleintierschau 1939 die Bedenken der Züchter verdeutlichen. Danach stieg der Anteil der Wirtschaftsrassen von 37,7% auf 87,3%, gleichzeitig sank der Anteil der anderen Rassen von 62,3% auf 12,1%. Der Bestand der Angorakaninchen erhöhte sich im gleichen Zeitraum um 35% (Dr. Jose Filler: Unsere Kaninchen, Verlag Fritz Pfenningstorff, Berlin 1942).
Auf Vereinsebene kam es am 07. Januar 1934 zur Gründung einer Frauen-gruppe. Sie wird in den Aufzeichnungen als besonders aktiv beschrieben. Sie war regelmäßig auf den damaligen Ausstellungen mit eigenen Fell-schauen vertreten. Auch oblag ihr die Gestaltung der Verlosung. Vorsitzen-de dieser Gruppe war Frau Möllenkamp. Es ist nicht bekannt, wie lange die Gruppe bestanden hat. Sie hat sich vermutlich zu Beginn der 40er Jahre aufgelöst, denn in nachfolgenden Protokollen ist ein entsprechender Hinweis auf ihre weitere Existenz nicht mehr vorhanden.
Mitte der 30er Jahre entstanden im Ort zwei weitere Kaninchenzuchtvereine, die offenbar den politischen Geschehnissen jener Tage Rechnung trugen. Mündlichen Überlieferungen zufolge soll einerseits eine rechte Gesinnung gepflegt worden sein, die später zur Katastrophe führte, während die Mit-glieder des anderen Vereins eher eine abweichende Auffassung vertreten haben sollen. Beide Vereine erhielten in diesen Jahren auch Zulauf von Mitgliedern des Kaninchenzuchtvereins W373 Rheine.
Das Jahr 1937 ist gekennzeichnet von zwei Ereignissen, die zum einen die Leitung des Vereins betrafen und zum anderen das Zuchtgeschehen beein-flussten. Am 06. Januar 1937 legte der Vorsitzende Brockhues sein Amt nieder. Neuer Vorsitzender wurde Zuchtfreund Kleihues. Zum 01. Oktober 1937 traten die Reichsbewertungsbestimmungen in Kraft, die das bisherige Bewertungsverfahren auf der Basis des 100-Punkte-Systems aufhoben. Die
neuen Bestimmungen stellten auf eine Qualitätsbewertung ab (Höchstpunkt-zahl 50), die mehr den wirtschaftlichen als den rassenspezifischen Belangen Rechnung trug. Obwohl es nach den Protokollaufzeichnungen Ende der 30er und Anfang der 40er Jahre eine rege Nachfrage nach Zucht- und Schlachttieren gab, wurde teilweise bedauert, dass durch die beherrschende Stellung der Wirtschaftsrassen der Idealismus zu Lasten des ursprünglichen Hobbycharakters zurückgedrängt wurde.
Dass jedoch auch während dieser Zeit, wie schon seit Gründung des Ver-eins, die Geselligkeit gepflegt wurde, ist durch das Protokoll vom 11. Febru-ar 1939 festgehalten. Hier heißt es wörtlich: „Nachdem der Vorsitzende noch bekannt gemacht hatte, dass auf der nächsten Versammlung Fachvorträge gehalten werden sollen, wurde die Versammlung geschlossen und der heite-re Abend begann. Ein kleines Wurstessen bildete den Anfang. Als dann die Musik spielte und die neuesten Karnevals-Schlager erklangen, da wurde schon bald gesungen und geschunkelt. Jubel und Trubel war im Saal und manch köstliche Dummheiten kamen zum Vorschein“.
Während sich die Einflussnahme des Staates bislang vorwiegend auf züch-terische Belange beschränkte, so wurden die Eingriffe des nationalsozialisti-schen Regimes im Laufe der Jahre massiver und betrafen auch die Persön-lichkeitsrechte des Einzelnen. So wurde unter anderem der Schriftführer Brügge ab November 1938 in den Reicharbeitsdienst berufen.
In welcher Weise sich der Zweite Weltkrieg gleich zu Beginn 1939 auf das Vereinsgeschehen auswirkte, ist in der Niederschrift vom 08. Oktober 1939 nachzulesen: „Infolge des Krieges wurde unsere Ausstellung, die am heuti-gen Tage stattfinden sollte, aufgehoben“.
Bereits zu Anfang des Krieges mussten sich einige Züchter den nationalso-zialistischen Anschauungen zur Außenpolitik beugen und den Dienst an der Waffe aufnehmen. Die Aufzeichnungen vom 14. Januar 1940 dokumentie-ren, dass auch der 1. Vorsitzende Kleihues zum Wehrdienst einberufen wurde. Zum Vorsitzenden wurde nunmehr Zuchtfreund Kerkdyk berufen, der schon kurze Zeit später, am 10. März 1940, der Versammlung mitzuteilen hatte, dass die Reichsfachgruppe sämtliche Felle zu Bekleidungszwecken beschlagnahmt habe und dass es unter Strafandrohung verboten sei, Felle verkommen zu lassen.
In den ersten Jahren des Ausnahmezustandes verlor der Verein immer mehr Zuchtfreunde, auch ältere Mitglieder hatten keine Möglichkeit, den Dienst an der Waffe abzulehnen. In dieser Situation schlug das Regime erneut zu, indem es 1942 verfügte, dass es Ausländern zu untersagen sei, inner-halb des Vereins ein Amt auszuüben. In der weitergehenden Order wurde ver-langt, dass alle seit Kriegsbeginn eingetretenen Ausländer auszuschließen seien.
Der 1. Vorsitzende Kerkdyk, der nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besaß, fiel dieser diktatorischen Maßnahme zum Opfer, blieb jedoch Mitglied des Vereins. Es ist nicht bekannt, ob und in welchem Umfang es zur zwangsweisen Ausschließung von Ausländern gekommen ist. Da die Proto-kollbücher jedoch vollständig erhalten sind und entsprechende Hinweise fehlen, muss davon ausgegangen werden, dass dem Verein zu dieser Zeit keine Ausländer angehörten.
Zuchtfreund Brockhues übernahm wieder die Tätigkeit des 1. Vorsitzenden. Ihm fiel die undankbare Aufgabe zu, die inzwischen stark gelichtete Züchter-schar trotz der größer werdenden Schwierigkeiten zusammenzuhalten. Wie groß die Beeinträchtigung durch den Krieg inzwischen geworden war, ist wiederum durch Aufzeichnungen des Schriftführers belegt.
Danach konnte die Bezugs-Genossenschaft 1942 kein Futter bzw. Kraftfut-ter liefern. Die für 1943 vorgesehene Lokalschau musste ausfallen, weil wegen der Kriegsteilnahme nicht genügend Preisrichter verpflichtet werden konnten. Auch der normale Versammlungsablauf wurde zunehmend beein-trächtigt (Protokoll vom 8. Juni 1943: „Die übliche Monatsversammlung wur-
de wegen Fliegeralarm mit Verspätung eröffnet.“). Und weiter am 14. No-vember 1943: „Verlosungsröllchen für unsere Schau am 01./02. Januar 1944 sind keine zu haben, es werden durch die Mitglieder selbst welche gefertigt“.
Eine letzte Aufzeichnung am 14. Mai 1944 mag die Situation jeder Tage verdeutlichen. Hier heißt es wörtlich: „Der 1. Vorsitzende gab dann kurz Bericht über die letzte Kreistagung bei Prax. Er wies darauf hin, dass unsere Kaninchenzucht bzw. Kleintierzucht in Zukunft eingeschränkt werden müsse; begründet wird dasselbe mit der heutigen Futterknappheit. Es soll vor allen Dingen kein zusätzliches Körnerfutter und Gemüse, welches der Ernährung dient, verfüttert werden. Tiere müssen also vom eigenen Garten und Kü-chenabfällen gefüttert werden. Die genauen Richtlinien hierüber werden behördlich genehmigt“.
Die letzte Niederschrift aus jenen Tagen datiert vom 13. August 1944, die dann folgende vom 09. Dezember 1945, sodass davon ausgegangen wer-den kann, dass die Kriegsereignisse zwischenzeitlich zu einem vollkomme-nen Zusammenbruch des Vereinslebens führten.

 

 

3. Neubeginn nach dem Krieg
Anlässlich der ersten Nachkriegsversammlung am 09. Dezember 1945 wur-de das ganze verheerende Ausmaß der letzten Jahre deutlich. Eine nicht näher bezeichnete Anzahl von Züchtern hatte den Krieg nicht überlebt. Eini-ge waren noch nicht zurückgekehrt. Andere hatten nichts als ihre nackte Existenz retten können. Der Bestand an Zuchttieren war fast völlig ver-schwunden. Die ursprüngliche Planung, dennoch eine Lokalschau durchzu-führen, musste aufgegeben werden, weil das Vereinslokal Evers den Besat-zungstruppen als Unterkunft diente. Bei dieser denkwürdigen Zusammen-kunft wurde Zuchtfreund Kleihues in Abwesenheit zum 1. Vorsitzenden ge-wählt. Er befand sich zu diesem Zeitpunkt wegen einer Kriegsverletzung in einem Lazarett. Vorrübergehend übernahm Zuchtfreund Brockhues als
2. Vorsitzender die Versammlungsleitung. Aus der Chronik von 1963 geht hervor, dass es ca. 10 Züchter waren, die sich damals zu einem Neubeginn zusammenfanden.
Die Jahre 1946 bis 1948 sind gekennzeichnet von der allgemeinen Notlage, aber auch schon von der Aufbruch-stimmung jener Jahre. Wie schon in den 20er und 30er Jahren, so besann man sich auch diesmal wieder der Kanin-chen- und Kleintierzucht mit dem vorrangigen Ziel, den spärlichen Speise-zettel zu bereichern. In dieser Situation erlebte der Verein einen regen Mit-gliederzuwachs, der auch durch die aus der Gefangenschaft heimkehrenden Züchter mitgetragen wurde. Im März 1946 war die Mitgliederzahl bereits wieder auf 32 angestiegen, gleichzeitig galten 6 Züchter noch als vermisst.
Durch den neugegründeten Landesverband Westfälischer Kaninchenzüchter wurde bekannt, dass mit Wirkung vom 01. Oktober 1946 die Bewertung der Tiere wieder auf der Grundlage der vor 1933 geltenden Bestimmungen durchzuführen sei (100-Punkte-System). Obwohl die Kaninchen der ehema-ligen Wirtschaftsrassen anerkannt blieben, wurde deren vorheriger Sonder-status aufgegeben.
Die erste Schau nach dem Kriege fand am 07./08. Dezember 1946 im Ver-einslokal Evers statt.
Nach dem strengen Winter des Jahres 1946 und der lang anhaltenden Tro-ckenheit im Sommer 1947 wurde eine allgemeine Futtermittelknappheit be-klagt. Ob dies der Anlass für eine gesellige Veranstaltung im Frühherbst des gleichen Jahres war, bei dem ein Kaninchenessen den Höhepunkt bildete, ist nicht näher bekannt.
Bereits im Mai 1947 kam es zur erneuten Gründung einer Frauengruppe, die sich jedoch schon 1951 nach internen Auseinandersetzungen innerhalb des gesamten Vereins wieder auflöste. Die durch die Kriegsfolgen maßgeblich verursachte Inflation der vergangenen Jahre fand mit der Währungsreform von 1948 ein Ende. Das Protokoll vom 11. Juli 1948 enthüllt, wie das Gutha-ben des Vereins in diese Reform eingebracht wurde. Hier steht zu lesen: „Mit Inkrafttreten der neuen Währung ist auch unser Sparguthaben verloren-gegangen, der Verein hatte noch 1.450,00 Mark Bargeld. Da dieses Geld im
Vereinssparbuch nicht aufgewertet werden kann, haben Zuchtfreund N. N. 1.300,00 Mark und Zuchtfreund N. N. 150,00 Mark auf ihre eigenen Konten schreiben lassen“. Durch diese Aktion gelang die Teilnahme an dem damals gültigen Wechselkurs von 10 Prozent. Das Vereinsguthaben hatte damit einen Bestand von 145,00 DM.
Die Versammlung vom 11. September 1949 kann sicherlich als bemerkens-wert bezeichnet werden. Hier wurde ein Brief des langjährigen Züchters Overmann verlesen, mit dem dieser seinen Austritt erklärte. Er schrieb unter anderem, dass er krank sei und deswegen seinen Verpflichtungen gegen-über dem Verein nicht mehr nachkommen könne. Dieser Brief war Anlass für einen einstimmigen Beschluss, Zuchtfreund Overmann zum Ehrenmit-glied zu ernennen. Er war damit der erste, dem diese Auszeichnung zuteil-wurde.
Nicht näher erläuterte Unstimmigkeiten innerhalb des Vorstandes führten am 13. August 1950 zum Rücktritt des 1. Vorsitzenden Kleihues, in dessen Fol-ge weitere Vereinsmit-glieder ihren Austritt erklärten. Es kann nur vermutet werden, dass es in den nachfolgenden Monaten zu erheblichen Auseinan-dersetzungen kam, denn die Versammlungen der Monate Dezember 1950 und Januar 1951 fanden zwar nachweislich statt, wurden aber nicht proto-kolliert. Am 11. Februar 1951 übernahm Zuchtfreund Franz Brügge die Lei-tung des Vereins. Die schon des Öfteren erhobene Forderung, mehrfaches unentschuldigtes Fernbleiben von der Versammlung und Verstöße gegen die Beitragspflicht mit dem Ausschluss zu ahnden, wurde entschlossen in die Tat umgesetzt. Die Entschiedenheit, mit der bestehende Unstimmigkei-ten bereinigt wurden, wird auch aus der Protokollaufzeichnung vom 20. Mai 1951 ersichtlich. Unter Punkt 2 ist der Nachwelt folgendes erhalten: „Die Mitglieder, die eine schriftliche Aufforderung, die Versammlung am 20. Mai zu besuchen, erhalten haben und nicht erschienen sind, werden hiermit lt. Versammlungsbeschluss gestrichen. Wenn es auch alte Mitglieder sind, so müssen wir doch reine Sache machen“. Es ist leider nicht bekannt, wie viel Züchter wegen dieser Beschlüsse den Verein verließen bzw. verlassen mussten.
In verstärktem Umfang setzte sich der Mitgliedszuwachs in dieser Zeit aus Züchtern der bis dahin mitkonkurrierenden Vereine W372 Rheine und W374
Rheine zusammen. Beide Vereine waren offensichtlich nicht länger in der Lage, eigenständig ihre Existenz aufrechtzuerhalten, denn anlässlich der Kreisverbandstagung 1952 in Altenberge wurde bekanntgegeben, dass „die Vereine KZV W372 Rheine und KZV W374 Rheine als aufgelöst zu betrach-ten sind“.
Aus Anlass des 40-jährigen Bestehens fand am 28./29. November 1953 eine Jubiläumsschau statt, und zwar im Lokal „Wenker“, Osnabrücker Strasse, das kurz zuvor als Vereinslokal auserkoren worden war.
Den Protokollaufzeichnungen kann entnommen werden, dass allmählich eine Harmonisierung des Vereinsgeschehens eintrat. Zum einen wurden die aktive Teilnahme und der Besuch von Ausstellungen auf örtlicher und übe-rörtlicher Ebene zum festen Bestandteil der züchterischen Aktivitäten. Auf der anderen Seite erfuhr auch die Pflege der Geselligkeit die ihr entspre-chende Würdigung. Es fanden regelmäßig Ausflugsfahrten in die nähere und weitere Umgebung statt, an denen auch die Angehörigen der Züchter teil-nahmen. Verschiedentlich wurde in den Sommermonaten nach vorange-gangenen Versammlungen in der Gastwirtschaft „Zum Waldhügel“ soge-nannte Kräuterbesprechungen in freier Natur durchgeführt, von denen nicht überliefert ist, dass sie in ähnlich lautenden Kräuter-Likör-Besprechungen endeten.
Es mussten mehr als 40 Jahre vergehen, ehe es die Kassenlage gestattete, eigene Ausstellungskäfige zu beschaffen. Am 08. Januar 1956 war es dann soweit, als man beschloss, die ersten Käfige (48 Stück) zu bestellen. Da der Kauf der dazugehörigen Böden die Kasse vermutlich über Gebühr strapa-ziert hätte, erging die Bitte an alle Züchter, im Laufe des Sommers ein Zuchttier (Jungtier) zu stiften. Aus dem Erlös sollte das Holz für die Herstel-lung der Böden finanziert werden. Die Aktion wurde ein voller Erfolg. Bisher war es fast ausschließlich der örtliche Geflügelzuchtverein gewesen, der die Käfigausleihe großzügig handhabte und damit erst die Ausstellungen ermög-lichte.
Die Protokolle der Jahre 1955 und 1957 enthalten einige Angaben zur Sta-tistik, die den Umfang der damaligen Kaninchenzucht dokumentieren. So wurden 1955 insgesamt 342 Tiere tätowiert. Das Gesamtgewicht der
Fleischgewinnung wurde auf ca. 12 Zentner geschätzt. 1957 hatte der Täto-wier Meister einen um mehr als 50% erhöhten Arbeitseinsatz zu bewältigen. Von den in diesem Jahr tätowierten 529 Jungtieren entfielen annähernd die Hälfte auf drei Rassen (98 Deutsche Riesen grau, 73 Weiße Wiener, 62 Helle Großsilber).
Im nachfolgenden Jahr 1958 konnten die Züchter einen bemerkenswerten Erfolg verbuchen. Mit 225 Tieren richteten sie die größte Lokalschau inner-halb des Landesverbandes Westfälischer Kaninchenzüchter aus, dem im-merhin rund 442 Vereine angehörten.

 

4. Die Entwicklung seit 1960
Zu Beginn des neuen Jahrzehnts hatte sich der Verein ein weiteres Mal mit der Lokalfrage auseinanderzusetzen. Nachdem die geplante Lokalschau für das Jahr 1960 in der Gastwirtschaft Wenker wegen Umbauarbeiten nicht stattfinden konnte, entschied man sich kurzfristig für das Kolpinghaus als neue Vereins- und Ausstellungsbleibe.
Aufgrund eines Beschlusses des Zentralverbandes Deutscher Kaninchen-züchter waren ab 1960 die Tiere der Jugendgruppe mit einem zusätzlichen „J“ zu kennzeichnen. Dieser Schritt war erforderlich geworden, weil es bei Tierbewertungen innerhalb der Jugendgruppe des Öfteren zu Unregelmä-ßigkeiten gekommen war. So wurden die Langohren von den Jugendlichen verschiedentlich als eigene Züchtungen vorgestellt, die tatsächlich jedoch in den Stallanlagen der Vereinssenioren das Lebenslicht erblickten.
Die Sturmflut von 1962, die in großen Teilen Norddeutschlands zu verhee-renden Schäden geführt hatte, löste eine Hilfsaktion aus. Alle Züchter erklär-ten sich bereit, je ein Zuchttier zu stiften. Auf diese Weise erhielten die be-troffenen Züchter insgesamt 30 Zuchtkaninchen, die durch ihr sprichwörtli-ches Vermehrungstalent mit dazu beitrugen, die Zuchten wieder aufzu-bauen.
Nach den Protokollunterlagen fand 1963 die erste Jungtier-schau statt, und zwar auf dem Gelände der Gastwirtschaft „Zum Uhlenhook“ in Rheine Wadelheim. Zunächst wurde die Schau, die inzwischen zu einer festen Ein-richtung geworden ist, unter dem Abdach einer Scheune durchgeführt, in den späteren Jahren in den Saal der Gastwirtschaft verlegt.

Bei den Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen des Vereins am 14. Sep-tember 1963 in der Gastwirtschaft „Zum Uhlenhook“ konnte noch nicht ab-gesehen werden, dass schon kurze Zeit später die für den 23./24. November 1963 geplante Jubiläumsschau gefährdet sein würde. Die Vorstellungen des neuen Pächters des Kolpinghauses hinsichtlich der Saalvermietung stimm-ten plötzlich nicht mehr mit denen der Mitgliederversammlung überein. Die Differenzen traten Ende Oktober auf, konnten dann aber noch rechtzeitig durch eine Vereinbarung mit der Inhaberin des „Waldhofes Heßling“, Frau Frieda Heßling, gelöst werden. Fortan war der „Waldhof Heßling“ sowohl Ausstellungs- als auch Vereinslokal. Die Schau selbst war mit 398 Tieren die größte Kaninchenausstellung, die bis zu diesem Zeitpunkt auf Kreisebene stattfand. In den Protokollen wird die Schau als „ein Höhepunkt in unserer Vereinsgeschichte“ bezeichnet.

 

Unter der Leitung von Zuchtfreund Franz Brügge entstand mit Wirkung vom 01. Januar 1965 die Preisrichtergruppe Rheine, zu deren Aufgaben neben der Tierbewertung auch die praktische und theoretische Schulung der Preis-richter und des Preisrichternachwuchses gehört.
Ebenfalls 1965 wurde die Vereinssatzung verabschiedet, die Sinn und Zweck des Vereins sowie Rechte und Pflichten der Mitglieder und der Ver-sammlung regelt und in weiten Teilen noch heute Gültigkeit besitzt.
Auf züchterischer Ebene begann mit dem Jahr 1965 eine Phase großer Aktivitäten und Erfolge, die annähernd bis zum Ende der 60er Jahre anhielt. Die Zahl der tätowierten Tiere stieg gegenüber dem Vorjahr um ca. 300 auf 1056 an. Die Anzahl erhöhte sich 1966 nochmals, und zwar auf 1107 und erreichte 1967 mit 1200 Kennzeichnungen ein vorläufiges Höchstergebnis.
Die Lokalschau 1965 war mit 342 Tieren erneut die größte Kaninchenaus-stellung auf Landesverbandsebene. Anlässlich der 1967 in Rheine durchge-führten Kreisschau belief sich das Verhältnis von Zuschauern zu Ausstellern auf 2 : 1; mehr als 1000 Besucher musterten den Inhalt von 506 Aus-stellungskäfigen.
Zwei Jahre später, 1969, konnte der Kreisverband Steinfurt sein 50-jähriges Bestehen feiern. Die Kreisschau dieses Jubiläumsjahres fand in Rheine statt und war mit 716 Tieren beschickt.
Etwa ab 1970 war zunächst eine allgemeine züchterische Passivität zu be-obachten, die sich auch in der rückläufigen Zahl der ausgestellten Tiere äußerte. Für die Lokalschau des gleichen Jahres waren lediglich drei Preis-richter erforderlich, die insgesamt 252 Tiere zu bewerten hatten.
Aber auch das sonstige Geschehen war geprägt von einer gewissen Ver-einsmüdigkeit, gekennzeichnet durch nach-lassendes Interesse bei geselli-gen Veranstaltungen.
Auf der Generalversammlung am 14. Januar 1973 wählten die Mitglieder Zuchtfreund Heinz Altena zum 1. Vorsitzenden. Der bisherige Amtsinhaber Franz Brügge, der bereits 1969 wegen 35-jähriger Vereinszugehörigkeit zum Ehrenmitglied ernannt worden war, erhielt den Status eines Ehrenvor-sitzenden.
Unter der Regie des neugewählten Vorsitzenden fand am 08. September des gleichen Jahres das Jubiläumsfest zum 60-jährigen Vereinsbestehen statt. Ort des Geschehens war ein weiteres Mal das bereits mehrfach er-wähnte Lokal in Rheine-Wadelheim, damals noch geführt von dem allseits beliebten Wirt Heinrich Rolfes. Obwohl die Feierlichkeiten einen internen Charakter hatten, waren es doch 130 Personen, die an einem Kaninchenes-sen (sh. Foto) in geselliger Runde teilnahmen. Wie viel „Stallhasen“ dafür die Ohrenstellung veränderten, kann nicht mehr festgestellt werden.

Die steigenden Zahlen tätowierter Tiere signalisierten allmählich wieder eine Rückbesinnung auf den oft unter-schätzten Wert einer sinnvollen Freizeitge-staltung, bei der die Beschäftigung mit der Natur stets im Vordergrund stand. Waren es 1972 nur 794 Jungtiere, die im Vereinszuchtbuch eingetragen wurden, steigerte sich diese Zahl 1974 auf 1134 und erreichte 1978 mit 1166 Eintragungen annähernd das Ergebnis von 1967.
Dass es den Züchtern ernst ist, wenn es um den Gedanken des Tierschut-zes geht, bewiesen sie am 14. Dezember 1975. Fast einstimmig beschlos-sen sie, dem am 25. Oktober 1975 gegründeten Tierschutzverein Rheine und Umgebung e.V. als förderndes Mitglied beizutreten.
Am 28. August 1977 beteiligten sich die Jugendlichen des Vereins im Rah-men der 650-Jahrfeier der Stadt Rheine an einer Jugendfreizeitmesse, bei der es den Jugendgruppen der örtlichen Kleintierzuchtvereine daran gelegen war, Alternativen zur allgemeinen Jugendarbeit aufzuzeigen.
Die Gründungsversammlung der damaligen Frauengruppe fand am 03. Januar 1978 statt, bei der Agnes Schnieders der Vorsitz übertragen wurde. Zwei Jahre später übernahm Marianne Esser die Leitung der von 12 auf 16 Mitgliedern angewachsenen Gruppe. Von Beginn an wurden die Herbstschauen um die Erzeugnis-Schauen bereichert.

Im Juni 1980 nahmen die Mitglieder der Frauengruppe an einem ersten Pelznähkurs teil. Einige 1000 Felle wurden zu Mänteln, Jacken, Teppichen und Kissen verarbeite und von der Frauengruppe auch bei den Lokalschau-en ausgestellt. Ebenfalls wurden zahlreiche Handarbeiten für die Verlosun-gen der jährlichen Schauen gefertigt.
Am 06./07. Dezember 1980 wurde die 1. Gesamtkreisschau durchgeführt. Anlass war der vorher durch die Gebietsreform bewirkte Zusammenschluss der ehemaligen Kreise Steinfurt und Tecklenburg zu dem jetzigen Kreis Steinfurt. Für die Züchter von insgesamt 921 Tieren wurde der „Waldhof Hessling“ einige Tage zur zweiten Heimat.
Am 10. Januar 1981 wurde Zuchtfreund Heinz Rottmann Nachfolger von Zuchtfreund Heinz Altena. Gleich in den Beginn seiner Tätigkeit als 1. Vor-sitzender fiel die Notwendigkeit, ein anderes Ausstellungslokal ausfindig zu machen, weil der bisherige Saal wegen einer Änderung des Bebauungs-planes nicht länger zur Verfügung stand. Bereits am 14. Februar 1982 konn-te die Versammlung darüber informiert werden, dass der Gastwirt Berthold Rielmann seine Räumlichkeiten für die Lokalschau 1982 angeboten hatte. Gleichzeitig wurde die Gastwirtschaft Rielmann neues Vereinslokal.
Anfang der 80-er Jahre wurden verstärkt Kontakte zu den Kleintierzüchtern in der niederländischen Stadt Borne aufgenommen.
Neben den jährlichen Ausstellungen fand 1982 und 1984 je eine Kreis-Jugend-Jungtierschau in der Gastwirtschaft Ungrue-Wenninghoff in Dreier-walde statt, zu denen nur die Jugendgruppen des Kreisverbandes als Aus-steller zugelassen waren. Der gleiche Ort war auch Schauplatz der Kreis-schau des Jahres 1983.
Am 11. August 1985 verstarb nach über 50-jähriger Züchtertätigkeit der langjährige Vorsitzende und Ehrenvorsitzende Franz Brügge, der ein Jahr zuvor, im Juni 1984, zum Meister der Rassekaninchenzucht ernannt worden war.

 

5. Die Zeitspanne vom 75-jährigen bis zum 100-jährigen Jubiläum

 

Am 17. September 1988 feierte der Verein sein 75-jähriges Jubiläum mit 130 Gästen im Vereinslokal "Rielmann". Im Jubiläumsjahr 1988 gehörten dem Verein 45 Senioren und 7 Jugendliche an. Die Frauengruppe bestand aus 16 Mitgliedern.

Anlässlich seines Jubiläums war der RKZV W 373 Rheine Ausrichter der Kreisschau am 10./11. Dezember 1988. Diese wurde in der Eissporthalle in Rheine durchgeführt. Es war vom Platzangebot eine einmalige Ausstellung. Alle Ausstellungskäfige für rd. 1.000 Tiere konnten einstöckig aufgebaut werden. Die Gänge zwischen den Käfigen waren so breit, dass sich Zucht-freund Karl Gehring den Spaß erlaubte und mit dem Fahrrad durch die Rei-hen fuhr.
Nach dem Mauerfall 1989 ging die Stadt Rheine eine Städtepartnerschaft mit der Stadt Bernburg (DDR) ein. Dem schlossen sich im Jahre 1990 die Kaninchenzüchter an. Ein erster Besuch in Bernburg durch die Zuchtfreunde Heinz Rottmann, Johann Zankl, Andreas Heßling, Hermann Jüttemann, Friedel Stille und Achim Stille fand am 21. und 22. April 1990 statt.

Ein Gegenbesuch mit 10 Züchtern aus Bernburg fand am 14. und 15. Juli 1990 statt. Über viele Jahre gab es einen regen Kontakt mit den Zuchtfreun-den aus Bernburg. So wurden Tiere aus Rheine zur Ausstellung nach Bern-burg gebracht - aber auch Bernburger Tiere waren auf unseren Ausstellun-gen vertreten. Die Freunde aus Bernburg hatten großes Interesse am Aus-tausch der Zuchttiere, da wichtige Zuchtmerkmale bei uns ausgeprägter waren. Der Kontakt mit den Bernburger Züchtern konnte allerdings nicht gehalten werden, da sich der Verein aus Bernburg leider aufgelöst hat.
Zu Beginn der 90-er Jahre kam es zu einem vermehrten Auftreten der RHD Krankheit (Chinaseuche). Es handelt sich hier um eine Viruserkrankung, die sich schnell verbreitet und häufig zum Tod der Tiere führt. In den Versamm-lungen wurde häufig über diese Krankheit diskutiert. Zum damaligen Zeit-punkt war eine Impfung gegen RHD noch keine Pflicht. Seit 1995 besteht Impfpflicht.
Im Jahre 1993 richtete der Verein anlässlich seines 80-jährigen Bestehens am 11./12. Dezember eine Kreisschau im Autohaus Stockmann + Rieke (heute Schiermeyer) aus. Ausgestellt wurden rd. 700 Tiere.
Auf der Generalversammlung im Januar 1994 gab der Vorsitzende bekannt, dass sich die Frauengruppe beim Landesverband abgemeldet habe und somit nicht mehr bestehe. Die Frauen würden aber weiterhin im Verein helfen und zusammenbleiben.

 

Seit diesem Zeitpunkt treffen sich die Frauen noch einmal im Monat und sind bis heute bei vielen Ausstellungen und sonstigen besonderen Ereignissen immer als helfende Hände zur Stelle gewesen.
Die Kontakte zur niederländischen Partnerstadt Borne sind über die vergan-genen Jahre stetig gewachsen. In den Jahren 1997 und 1998 kam es zu gegenseitigen Besuchen am Vatertag. Ebenso stellen Mitglieder unseres Vereins über Jahre hinweg - bis heute - auf Ausstellungen im Borner Verein aus. Einige Zuchtfreunde aus Borne sind alljährlich Gast auf unseren Aus-stellungen.
Ein Problem in diesen Jahren war immer wieder die Lagerung der Käfige, des Verlosungsstandes etc.. Nachdem die Unterstellmöglichkeit beim Zucht-freund Karl Gehring nicht mehr gegeben war wurde die Garage der alten Kläranlage in Altenrheine angemietet. Als diese im Jahre 1995 abgerissen wurde hat der Verein auf dem Hof Pötter in Altenrheine eine Scheune an-gemietet. Doch diese Lagerungsmöglichkeit war auch nicht von langer Dau-er. Ende des Jahres 1998 bemühten sich die Zuchtfreunde Heinz Rottmann und Ewald Dropmann um eine langfristige Möglichkeit zur Lagerung der Käfige. Diese Bemühungen waren sehr erfolgreich. Der Landwirt Hermann Kemper in Altenrheine stellte dem Verein auf seinem Grundstück einen Ge-räteschuppen zur Verfügung. Dieser wurde von Vereinsmitgliedern in den Jahren 1999 und 2000 umgebaut und offiziell am 25.08 2000 von den Ver-einsmitgliedern eingeweiht. Diese Halle wird vom Verein auch heute noch genutzt.
Im Jahr 1999 führte der Verein W 373 Rheine die Kreisschau durch. Vor der Durchführung der Kreisschau kam es zu erhebliche Schwierigkeiten. Die zunächst zugesagte Ausstellungsräumlichkeit wurde abgesagt, so dass kurzfristig nach einer Ersatzlösung gesucht werden musste. Diese wurde in der alten Fabrik der Fa. Hammersen gefunden. Da die Halle allerdings abge-rissen werden sollte und elektromäßig bereits zurückgebaut worden war mussten von den Zuchtfreunden Bernhard Hakkenbrock und Norbert Mersch für die Kreisschau neue Leistungen verlegt werden. Der Aufwand war enorm, doch der Arbeitseinsatz aller Vereinsmitglieder hat sich wirklich ge-lohnt, denn die Kreisschau war ein voller Erfolg.
Der Wunsch, eine eigene Ausstellungshalle zu besitzen, beschäftigte schon seit Jahren den Vorstand und die Mitglieder des Vereins. Nach fast 10-jähriger Suche ergab sich Anfang 2003 die Möglichkeit, sich mit der Reise-vereinigung (RV) der Taubenzüchter zusammenzuschließen und am RV-Heim am Haselweg eine Vereinshalle anzubauen. Schon im März fand der erste Spatenstich für den Bau des heutigen Vereinsheimes am Haselweg statt.

Bedingt durch seine berufliche Tätigkeit als Polier setzte sich der 1. Vorsit-zende Heinz Rottmann mit all seiner Kraft und Können dafür ein, die Aus-stellunghalle am RV-Heim anzubauen. Nach nur 6 Wochen konnte am 26.04.2003 das Richtfest gefeiert werden.

 

Über Monate hinweg wurde mit Unterstützung des gesamten Vereins die jetzige Ausstellungshalle fertiggestellt. Da der Verein viele Mitglieder aus verschiedenen Handwerkszweigen im Bauhandwerk besitzt, konnte jeder sein Talent mit einbringen. Nur so war es unserem Verein möglich, eine solche Halle bauen zu können. Die Einweihung der neuen Ausstellungshalle konnte nach nur 6-monatiger Bauzeit am 20. September 2003 mit dem 90-jährigen Vereinsjubiläum gefeiert werden. Seit diesem Zeitpunkt finden dort an jedem 2. Sonntag im Monat die Versammlungen, alle jährlichen Aus-stellungen und auch diverse Feste und Feierlichkeiten des Vereins statt.

Im Jahr 2004 wurde von der Leiterin der Jugendgruppe, Gaby Smit, in unse-rem Verein das Hürdenspringen der Kaninchen, Kanin Hop, ins Leben geru-fen. Unsere Jugendgruppe war die erste im Landesverband, die diesem besonderen Hobby nachging. Von den Jugendlichen wurden Hürden entwor-fen und gebastelt. Es wurden Leinen gekauft und mit den Kaninchen von klein auf trainiert, damit sie das Springen über die Hürden erlernten. Mit diesem interessanten Hobby stieg die Mitgliederzahl der Jugendgruppe enorm an und erreichte zu Spitzenzeiten ca. 20 Jugendliche.
Die Jugendlichen kamen mit ihren Tieren weit herum. U.a. stellten sie das Kanin-Hop beim NRW-Duell von Bernd Stelter im WDR-Fernsehen vor. Außerdem traten sie auf der Landesschau in Hamm bzw. Rheinberg, im Zoo in Nordhorn, bei unserem Partnerverein in Oelde, im Kölle Zoo in Münster usw. auf. Auch heute noch wird das Kanin-Hop auf unseren Ausstellungen aufgeführt und ist immer wieder gern gesehen.

 

Als längster Vorsitzender in der Geschichte des Vereins trat Heinz Rottmann nach 26 Jahren auf der Generalversammlung am 06.01.2007 aus gesund-heitlichen Gründen zurück und wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Als sein Nachfolger zum 1.Vorsitzender wurde Jürgen Körting gewählt.
Ein fester Bestandteil im Vereinsleben der letzten 50 Jahre war der Vatertag, der immer am Samstag nach Christi Himmelfahrt stattgefunden hat. An diesem Tag wurden stets verschiedene Stallanlagen der Züchter besucht und begutachtet. Somit war es für die Züchter ein Anreiz, eine immer vorbildlich geführte Stallanlage zu führen. Mit einem feucht fröhlichen Abschluss bei dem zuletzt besuchten Züchter und mit einem ausgiebigen Essen ließen die Männer den Tag ausklingen.

Da in den letzten 10 Jahren der Anteil der Frauen stetig gestiegen ist, wurde im Februar 2007 von allen Vereinsmitgliedern beschlossen, dass an diesem Tag auch die Frauen und Jugendlichen teilnehmen können. Mit dieser Veränderung wurde aus dem „Vatertag“ der „Maigang“. Seit 2010 können auch alle Familienmitglieder an diesem Maigang teilnehmen.

Wie der Vatertag bzw. Maigang wird auch schon seit etlichen Jahren vom Verein ein Sommerfest veranstaltet. An dieser Veranstaltung waren immer alle Mitglieder mit ihrer Familie herzlich eingeladen. Die Feste fielen immer verschieden aus; von Besuchen von Freizeitsparks, Tiergärten, Meyer Werft usw. oder Zelten und Kutschfahrten über Grillfeste und Spielenachmittage war für jeden Züchter etwas Interessantes dabei. Dem RKZV W373 Rheine war und ist es immer ein Anliegen, dass das familiäre Umfeld und der Zusammenhalt im Verein genauso gepflegt werden wie die züchterischen Leistungen der einzelnen Mitglieder. Nur so kann ein kleiner Verein, wie der RKZV W373 Rheine „100 Jahre“ überstehen.
Die Jugendgruppe des RKZV W 373 konnte im Jahr 2008 ihr 50-jähriges Bestehen feiern. Im ersten Jahr ihres Bestehens wurde ein Senior abbe-stellt, der für die Jugendlichen zuständig war. Die erste Wahl eines Jugend-leiters wurde im Jahr 1959 durchgeführt. Zum 1. Jugendleiter wurde Bern-hard Hakkenbrock gewählt. Die Mitgliederzahl in der Jugendgruppe schwankte in all den Jahren stark. Doch viele der Jugendlichen sind von der Jugendgruppe zu den Senioren gewechselt und gehören auch heute noch dem Verein an. Besondere Aktivitäten der Jugendgruppe in den vergange-nen Jahren: Stallbesichtigungen, Spielnachmittage, Bastelnachmittage für die Verlosung, Zeltlager, Kinderferienparadies, Kanin-Hop.

Auf der Generalversammlung im Januar 2009 beschloss der Verein, ein neues Amt im Vorstand aufzunehmen. Da es im heutigen Berufsleben nicht immer einfach ist, kurzfristig Urlaub zu bekommen, wurde das Amt „Vertreter des Vorstandes" eingeführt. Gewählt in dieses Amt wurde Heinz Rumpke, der im Auftrag des Vorstandes bzw. Vereins Krankenhausbesuche macht, an Beerdigungen teilnimmt usw. Dies führte auch zu einer Entlastung der übrigen Vorstandsmitglieder.
Über die Kontakte durch Kanin-Hop kam es zu freundschaftlichen Verbin-dungen mit unserem Partnerverein in Oelde. Unser Verein wurde nach Oel-de zur Vorführung des Kanin-Hop eingeladen. Im Gegenzug luden wir die Oelder Züchter zu unserem Sommerfest im Jahr 2010 zu uns ein. Auch heute noch finden gegenseitige Besuche bei Ausstellungen statt.
Im Jahr 2011 kam es wieder zu einem Wechsel des 1. Vorsitzenden. Jürgen Körting musste aus beruflichen Gründen sein Amt niederlegen. Als neuer Vorsitzender wurde Andreas Heßling gewählt.

Anfang des Jahres 2011 begannen die ersten Vorbereitungen für das 100-jährige Jubiläum des Vereins. Heinz Rottmann erklärte sich bereit, die Chro-nik zu schreiben, was ihm jedoch später aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich war. Außerdem wurden ein Termin und eine Räumlichkeit für die Jubiläumsfeier gesucht. Als Termin wurde der 14.09.2013 festgelegt. Im Juni 2011 gab die Stadt Rheine auch die feste Zusage, dass der Festkom-mers in der Elisabeth-Pausenhalle stattfinden könne.
Im Frühjahr 2011 wurde für das Vereinsheim ein Hausvorstand gebildet, dem 4 Mitglieder des RKZV W 373 Rheine und 8 Mitglieder der RV Rheine angehören. Aufgabe des Hausvorstandes ist es, sämtliche Anliegen zur Nutzung und Unterhaltung der Räumlichkeiten am Vereinsheim gemeinsam zu entscheiden und zu regeln. Da die Unterhaltungskosten stetig stiegen musste nach Einsparungsmöglichkeiten und neuen Regelungen zur Nutzung des Vereinsheimes gesucht werden um die Nutzungsmöglichkeiten weiter-hin zu sichern.
Erstmals fand im Dezember 2011 eine Weihnachtsfeier für alle Vereinsmit-glieder und Familien statt. Es war eine Idee des Festausschusses, Monika und Sissi Teppner, die auch für jeden ein kleines Geschenk besorgt hatten. Diese Feier war als Dankeschön für die im vergangenen Jahr geleistete Arbeit gedacht und fand bei allen guten Anklang.

Seit einigen Jahren ist es üblich, dass andere Vereine sich unseren Ausstel-lungen anschließen. So hat z.B. der Meerschweinchenclub bereits mehrfach auf unseren Jungtierschauen mit ausgestellt. Im September 2011 fand erst-mals eine Kreisjungtierschau mit angeschlossener Kreisjugendjungtierschau statt, die auch in 2012 stattfand und für 2013 geplant ist. Ebenso stellte im Herbst 2012 erstmals der Widderclub W 295 Münsterland bei unserer Lokal-schau mit aus. So ist die Möglichkeit gegeben, den Besuchern eine größere Vielzahl von Rassen und Tieren auf den Ausstellungen zu präsentieren.
Am 23.11.2012 verstarb nach langer schwerer Krankheit unser Ehrenvor-sitzender Heinz Rottmann. Er gehörte dem Verein über 52 Jahre an und war davon 26 Jahre der 1. Vorsitzende. Während seiner langjährigen Tätig-keit als Vorsitzender hat er sich mit unermüdlichem Einsatz für die Belange unseres Vereins einge-setzt. Besonders hervor-zuheben ist der Bau des Vereinsheimes im Jahr 2003.
Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken be-wahren.
Seit Ende 2011 waren die Überlegungen im Hausvorstand, den Begriff RV-Heim zu ändern, so dass für Besucher klar zu sehen ist, dass es sich um ein Vereinsheim handelt. Im Frühjahr 2013 wurde beschlossen, die Bezeich-nung RV-Heim in "Haus der Kleintierzüchter" umzubenennen. Um dies auch nach außen sichtbar zu machen, wurde ein entsprechender Schriftzug aus Edelstahl am Giebel der Halle angebracht.

2 Mitglieder unseres Vereins, die diesem seit über 50 Jahren angehören und auch das 50-jährige Jubiläum bereits mitgefeiert haben, sind Karl Gehring (links) und Bernhard Hakkenbrock (rechts). Beide waren langjährige aktive Vorstandsmitglieder und sind seit Jahren Ehrenmitglieder des Vereins.

 

Die Vorsitzenden des RKZV W 373 Rheine
1913 - 1917 nicht bekannt
1918 Herr Macke
1919 - 1921 Herr Koch
1922 - 1923 Herr Sommer
1924 Herr Zengerlein
1925 Herr Kalhoff
1926 Herr Hunold
1927 - 1929 Herr Klos
1930 - 1932 Herr Möllenkamp
1933 - 1936 Herr Brockhues
1937 - 1939 Herr Kleihues
1940 - 1941 Herr Kerkdyk
1942 - 1944 Herr Brockhues
1945 - 1950 Herr Kleihues
1951 - 1972 Franz Brügge sen.
1973 - 1980 Heinz Altena
1981 - 2006 Heinz Rottmann
2007 - 2010 Jürgen Körting
2011 --> Andreas Heßling